Vor 25 Jahren:
Die deutsche Frauen-Nationalelf holt durch Claudia Müllers Golden Goal
den Europameistertitel bei der Heim-EM!
Die Qualifikation für die Frauen-EM 2001 absolviert das deutsche Team äußerst souverän: in den sechs Partien gegen Italien, Island und die Ukraine gibt es 5 Siege, 1 Unentschieden und 27:5 Tore.
Auch die EM-Vorrundengruppe A (Spielorte: Erfurt und Jena) bereitet der deutschen Elf keine Probleme. Sie schlägt Schweden mit 3:1, England mit 3:0 und Russland mit 5:0, und steht damit im Halbfinale.
Dort bezwingen die deutschen Frauen die Norwegerinnen durch ein Tor von Sandra Smisek in der 57. Minute mit 1:0, so dass sie zum dritten Mal in Folge das Europameisterschaftsfinale erreicht haben.
Endspielgegner am 7. Juli 2001 sind im Ulmer Donaustadion die Schwedinnen, die man ja bereits in der Vorrunde (nach 0:1-Rückstand) mit 3:1 besiegt hat. Doch die deutschen Frauen beginnen vor 18.000 Zuschauern nervös und leisten sich viele Fehlpässe, so dass die taktisch gut eingestellten Schwedinnen das Spiel ausgeglichen gestalten können.
Nach der Einwechslung von Claudia Müller für Sandra Smisek, die nicht ihren besten Tag hat (55. Minute), verbessert sich das deutsche Angriffsspiel. Die Schwedinnen werden nun in die Defensive gedrängt. Claudia Müller hat zwei Großchancen (65. und 68. Minute), vergibt diese jedoch beide, so dass es mit einem 0:0 in die Verlängerung geht. Da seinerzeit noch die „Golden Goal“-Regel gilt, nach der das Team, das in der Verlängerung das erste Tor erzielt, Sieger ist, liegt nun immense Spannung in der Luft.
Und das „Golden Goal“ lässt nicht lange auf sich warten. Erzielt wird es in der 98. Minute durch eben jene eingewechselte Claudia Müller nach Zuspiel von Maren Meinert. Der Jubel bei den deutschen Frauen über ihren dritten EM-Titel in Folge ist groß, Heldin des Tages ist natürlich Claudia Müller (ihre Rolle erinnert stark an die von Oliver Bierhoff beim 1996er EM-Finale der deutschen Männer gegen Tschechien, als er – erst in der 69. Minute eingewechselt – in der Verlängerung das Golden Goal zum deutschen Sieg schoss).
Der Kicker resümiert später, der Frauenfußball habe durch das positive Auftreten der deutschen Nationalelf bei der EM und durch die Liveübertragung aller Spiele des Turniers stark an Beachtung gewonnen.
Die Europameisterinnen 2001:
Silke Rottenberg (FFC Brauweiler Pulheim), Kerstin Stegemann (FFC Flaesheim-Hillen), Steffi Jones (1. FFC Frankfurt), Doris Fitschen (Philadelphia Charge), Ariane Hingst (Turbine Potsdam), Pia Wunderlich (1. FFC Frankfurt), Bettina Wiegmann (Boston Breakers), Renate Lingor (1. FFC Frankfurt), Birgit Prinz (1. FFC Frankfurt), Maren Meinert (Boston Breakers), Sandra Smisek (FCR 2001 Duisburg) [ab 55. Minute Claudia Müller (WSV Wolfsburg)]; Bundestrainerin: Tina Theune-Meyer
Vor 50 Jahren:
Die DDR-Fußballer gewinnen bei Olympia `76 in Montreal Gold !
Am 31. Juli 1976 erringt die Nationalelf der DDR den größten Erfolg ihrer Geschichte, indem sie im Endspiel des olympischen Fußballturniers von Montreal (Kanada) vor 71.617 Zuschauern den Titelverteidiger von 1972 und WM-Dritten von 1974, Polen, mit 3:1 besiegt.
Mit Jürgen Croy, Gerd Kische, Lothar Kurbjuweit, Konrad Weise, Reinhard Lauck und Martin Hoffmann sind zwei Jahre nach dem bis heute unvergessenen 74er 1:0-WM-Vorrundensieg der DDR gegen die „BRD“ noch sechs Akteure von Hamburg dabei. Auch auf Seiten der Polen spielen noch viele 74er WM-Stars mit, so beispielsweise Torhüter Jan Tomaszewski, Abwehrrecke Władysław Żmuda, Mittelfeld-Dirigent Kazimierz Deyna, Außenstürmer Andrzej Szarmach und natürlich der Torschützenkönig der WM 1974 (7 Tore), Grzegorz Lato.
Da die Nationalspieler der damaligen Ostblock-Staaten seinerzeit offiziell als Amateure gelten (obwohl ihre eigentliche Hauptbeschäftigung das Fußballspielen ist), dürfen sie – im Gegensatz zu den Nationalspielern aus den Profiligen des Westens – an den olympischen Spielen teilnehmen. Folge hiervon ist, dass fast drei Jahrzehnte lang (von 1952 bis 1980) die Olympiasieger im Fußball immer aus Osteuropa stammen, denn die westlichen Amateur-Nationalmannschaften haben gegen die „Staats-Amateure“ aus dem Osten kaum eine Chance.
Dass die Finalpartie wegen starker Regenfälle erst mit 15-minütiger Verspätung beginnt, beeindruckt die von Trainer Georg Buschner bestens eingestellte DDR-Elf an diesem Abend nicht im Geringsten. Im Gegenteil, sie zeigt von Anfang an begeisternden Fußball und liegt bereits nach 14 Minuten durch brillant herausgespielte Treffer von Hartmut Schade (7. Minute) und Martin Hoffmann (14.) mit 2:0 in Front. Zwar erzielen die Polen in der 59. Minute durch Grzegorz Lato den Anschlusstreffer, aber nachdem Reinhard Häfner eine Viertelstunde später den 2-Tore-Vorsprung wiederherstellt, ist die Partie entschieden. Nach dem Schlusspfiff bekommen die verdienten Sieger von IOC-Chef Lord Killanin die olympischen Goldmedaillen überreicht – ihre Freude kennt keine Grenzen.
Dettmar Cramer, als Trainer mit Bayern München 1975 und 1976 Meistercup-Sieger, schreibt damals: „Das Team der DDR war fast während des gesamten Spiels überlegen. (…) Man wird sich an DDR-Siege gewöhnen müssen, denn spätestens seit der 1:0-Niederlage der bundesdeutschen Elf vor zwei Jahren in Hamburg gehört dieses Team zu den besten der Welt.“
Die Olympiasieger 1976:
Jürgen Croy (Sachsenring Zwickau), Hans-Jürgen Dörner (Dynamo Dresden), Gerd Kische (Hansa Rostock), Lothar Kurbjuweit (Carl-Zeiss Jena), Konrad Weise (Carl Zeiss Jena), Reinhard Häfner (Dynamo Dresden), Reinhard Lauck (BFC Dynamo Berlin), Helmut Schade (Dynamo Dresden), Martin Hoffmann (1. FC Magdeburg), Wolfram Löwe (Lokomotive Leipzig [68. Wilfried Gröbner/Lokomotive Leipzig]), Hans-Jürgen Riediger (BFC Dynamo Berlin [ab 86. Minute Bernd Bransch/Chemie Halle); Trainer: Georg Buschner
Norbert Voshaar [Lit.: Kicker-Almanach 2002 / Frank Grube u. Gerhard Richter (Hrsg.): „Das Golden Olympiabuch Montreal 1976“ /
Karl-Heinz Huba (Hrsg.): „Olympische Spiele 1976“ / Wikipedia]