Folge 61 – Mai 2026
Vor 20 Jahren:
Zwei Deutsche Teams im Europapokal-Finale der Frauen! Der 1. FFC Frankfurt bezwingt Titelverteidiger Potsdam mit 4:0 und 3:2
Vor 20 Jahren ist der deutsche Frauenfußball das Maß aller Dinge: Die Nationalelf ist Welt- und Europameister, und im Mai 2006 wird auch das Europapokal-Endspiel der Frauen zu einer rein deutschen Angelegenheit, denn mit dem 1. FFC Frankfurt und Turbine Potsdam stehen sich im Finale des UEFA-Frauen Pokals (die Umbenennung in Champions League erfolgt erst zur Saison 2009/10) zwei deutsche Teams gegenüber.
Der Sieger wird seinerzeit in zwei Partien ermittelt. Beim Hinspiel am 20. Mai 2006 hat Titelverteidiger Turbine Potsdam Heimrecht, kann dieses aber nicht nutzen, sondern unterliegt den Frankfurterinnen überraschend deutlich mit 0:4 (0:1 Renate Lingor [6. Minute], 0:2 Sandra Albertz [64.], 0:3 Kerstin Garefrekes [77.], 0:4 Renate Lingor [84.]).
Das Rückspiel am 27. Mai 2006 am Bornheimer Hang in Frankfurt gestaltet sich weitaus ausgeglichener, letztlich siegen aber erneut die Frankfurterinnen, wenn auch diesmal nur knapp mit 3:2 (0:1 Conny Pohlers [8. Minute], 1:1 Steffi Jones [25.], 1:2 Conny Pohlers [36.], 2:2 Renate Lingor [73./Foulelfmeter], 3:2 Birgit Prinz [90+2.])
Damit geht der Frauen-Europacup zum zweiten Mal nach 2002 nach Frankfurt. Die Zuschauerzahl von 13.200 (auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ist unter den Besuchern) bedeutet damals einen neuen Rekord für ein europäisches Frauenfußball-Vereinsspiel.
Die Siegermannschaft des 1. FFC: Ursula Holl, Steffi Jones, Tina Wunderlich, Nia Künzer, Katrin Kliehm, Louise Hansen, Kerstin Garefrekes, Renate Lingor, Sandra Smisek (64. Patrizia Barucha), Birgit Prinz, Sandra Albertz (87. Meike Weber); Trainer: Hans-Jürgen Tritschoks.
Turbine: Nadine Angerer, Ariane Hingst, Babett Peter (64. Minute: gelb-rote Karte), Jennifer Zietz, Peggy Nietgen, Navina Omilade, (46. Christiane Rozeira de Souza Silva), Britta Carlson, Inken Beeken (46. Isabel Kerschowski), Petra Wimbersky (80. Monique Kerschowski, Conny Pohlers, Anja Mittag; Trainer: Bernd Schröder.
Vor 25 Jahren:
Der FC Bayern gewinnt durch ein 54 nach Elfmeterschießen gegen den C Valencia die Champions League Olli Kahn hält 3 Elfmeter!
25 lange Jahre nach dem letzten Triumph im Europapokal der Landesmeister (dem 1:0 gegen AS St. Etienne im 1976er Finale von Glasgow) erfüllt sich am 23. Mai 2001 der sehnlichste Wunsch aller Bayern-Anhänger: Der FCB gewinnt das Champions-League-Finale gegen den FC Valencia! (Und tilgt damit gleichzeitig das Trauma von 1999, als das Endspiel gegen Manchester United, in dem man lange mit 1:0 geführt hatte, in der
Nachspielzeit noch mit 1:2 verloren ging).
Die Partie im mit 74.500 Zuschauern ausverkauften Guiseppe-Meazza-Stadion von Mailand beginnt mit einem Doppel-Schock für die Bayern: Schon nach zwei Minuten geht Valencia durch einen umstrittenen Handelfmeter von Mendieta in Führung, und nur fünf Minuten später vergibt Mehmet Scholl die Ausgleichschance für die Münchner, als er mit einem Foulelfmeter an Valencia-Keeper Canizares scheitert.
Nach relativ ausgeglichenem Spiel geht es mit 0:1 in die Pause. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff entscheidet der holländische Schiedsrichter Jol nach einem Handspiel von Carboni zum dritten Mal auf Strafstoß. Diesmal nutzt der FC Bayern in Person von Stefan Effenberg die Möglichkeit zum 1:1-Ausgleich.
Mehr Tore fallen in der regulären Spielzeit nicht, so dass es in die Verlängerung geht. Da diese torlos verläuft, muss das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Hier avanciert Bayern-Keeper Oliver Kahn zum großen Helden des Tages. Er schafft es nicht nur, die beiden Fehlschüsse seiner Mannschaftskollegen Paulo Sergio und Patrik Andersson wiedergutzumachen, indem er die Elfmeter von Zahovic und Carboni abwehrt, sondern darüber hinaus macht er auch noch den fünften und letzten Strafstoß der Spanier (Schütze: Pellegrino) unschädlich und entscheidet damit das Spiel zugunsten seines FC Bayern. Nach Olli Kahns siegbringender Parade brandet auf Seiten der Münchner unbeschreiblicher Jubel auf, und die Freude von Trainer Ottmar Hitzfeld und seiner Mannschaft kennt keine Grenzen, als Kapitän Stefan Effenberg den „Henkelpott“ – nach 25-jähriger Durststrecke – in die Höhe stemmen darf.
Die Münchner CL-Sieger von 2001: Oliver Kahn, Sammy Kuffour, Patrik Andersson, Thomas Linke, Willy Sagnol (46. Minute Carsten Jancker), Bixente Lizarazu, Owen Hargreaves, Stefan Effenberg, Mehmet Scholl (108. Paulo Sergio), Hasan Salihamidzic, Giovane Elber (100. Alexander Zickler); Trainer: Ottmar Hitzfeld.
Vor 60 Jahren:
Der TSV 1860 München wird dritter Bundesligameister!
Nach den Plätzen 7 (1964) und 4 (1965) in den ersten beiden Bundesligaspielzeiten ist es im Mai 1966 soweit: Der TSV München 1860 wird zum ersten (und gleichzeitig letzten) Mal deutscher Fußballmeister (bis dahin waren die Pokalsiege von 1942 und 1964 sowie der Einzug in das Europapokalfinale der Pokalsieger 1965 – dort unterlag man West Ham United mit 0:2 – die größten Vereinserfolge).
Nach einem monatelangen äußerst spannenden Dreikampf zwischen den Sechzigern, dem BVB und Bundesliganeuling Bayern München bringt schließlich der 33. und vorletzte Bundesligaspieltag die Vorentscheidung zugunsten von 1860: Die Löwen gewinnen das Spitzenspiel beim punktgleichen Tabellenführer und frischgebackenen Europacupsieger Borussia Dortmund mit 2:0 (Tore: Rudi Brunnenmeier und Peter Grosser) und distanzieren ihn damit um zwei Punkte. Zeitgleich unterliegt der FC Bayern als Tabellendritter dem 1. FC Köln mit 1:4, so dass für ihn das Meisterschaftsrennen beendet ist, denn er hat nun drei Punkte Rückstand auf die Sechziger, und diese drei Punkte sind am letzten Spieltag nicht mehr aufzuholen, gilt damals doch noch die 2-Punkte-Regelung.
Am 34. Spieltag der Saison 1965/66, der am 28. Mai 1966 ausgetragen wird, reicht dem vom knallharten Wiener Startrainer Max Merkel gecoachten TSV München 1860 schließlich bei strömendem Regen ein 1:1- Unentschieden gegen den HSV (Tore: 1:0 Rudi Brunnenmeier/5. Minute, 1:1 Uwe Seeler/75. Minute), um die Meisterschaft zu sichern, zumal Verfolger Borussia Dortmund erneut Nerven zeigt und in Frankfurt mit
1:4 unterliegt. Der 28. Mai 1966 ist bis heute der größte Tag in der langen Vereinsgeschichte der Löwen.
Die Tabellenspitze der Bundesliga am Ende der Saison 1965/66:
1. TSV München 1860 50:18 Punkte, 80:40 Tore
2. Borussia Dortmund 47:21 Punkte, 70:36 Tore
3. FC Bayern München 47:21 Punkte, 71:38 Tore
Der Meister-Kader der Sechziger: Petar Radenkovic (34 Spiele/0 Tore), Zeljko Perusic (34/0), Friedhelm Konietzka (33/26), Peter Grosser (32/18), Alfred Heiß (31/10), Bernd Patzke (28/0), Rudi Brunnenmeier (27/15), Manfred Wagner (26/0), Hans Reich (26/0), Hans Rebele (22/5), Otto Luttrop (22/1), Wilfried Kohlhars (19/0), Hans Küppers (19/4), Rudolf Zeisler (12/0), Rudolf Steiner (12/0); Trainer: Max Merkel.
Norbert Voshaar
[Lit.: Helmut Sohre: „Bundesliga intim – das aktuelle Fußballbuch“ (1966) / Kicker-Spezial „20 Jahre Bundesliga (1983) / Raphael
Keppel: „25 Jahre Fußball-Bundesliga“ (1988) / Ralf Grengel u. Rafael Jockenhöfer: „100 Jahre FC Bayern München … und ein paar
Titel mehr“ (2001) / Kicker-Almanach 2022 / Wikipedia]